redeZeit

RedeZeit ist eine in loser Folge stattfindende Gesprächs- und Diskussionsreihe zu unterschiedlichsten Themen, die sowohl Eichwalde und Umgebung zum Gegenstand haben, als auch Aspekte aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur behandeln können. Damit soll interessierten Eichwaldern die Gelegenheit gegeben werden, mit ausgewiesenen Fachreferenten ins Gespräch zu kommen.

Freitag, 13. Januar 2012,19.30 Uhr: Gorbatschow und das Ende der Diktaturen in Osteuropa – Gespräch mit György Dalos

Der ungarische Schriftsteller György Dalos wurde u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis sowie dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet

Gorbatschow war der Staatsmann, dessen Politik das Weltgeschehen der späten 1980er und frühen 1990er Jahre am nachhaltigsten geprägt hat. Seine Perestrojka, Glasnost und Neues Denken führten zur  Entspannung zwischen den Supermächten, zum Abzug der Mittelstreckenraketen in Europa und – was nicht ganz seine Absicht war – zum Ende des Realsozialismus im ehemaligen Ostblock. Wie kaum ein anderer hat Dalos einfühlsam, präzise und mit gekonntem Witz  über Geschichte, Tabuthemen und Verdrängtes geschrieben.

Donnerstag, 26. Januar 2012,19.30 Uhr: Freikauf – Freigekauft. Die Geschäfte der DDR mit politisch Verfolgten – Gespräch mit Ludwig A. Rehlinger und Ulrich Schacht, Moderation: Dr. Andreas H. Apelt, Deutsche Gesellschaft e.V.

2011 war es 50 Jahre her, dass die Berliner Mauer errichtet worden war und damit die Lebensläufe der Menschen in den zwei deutschen Staaten und auch in anderen Ländern in dramatischer, ja schicksalhafter Weise mit der Geschichte verquickt wurden. Darüber berichten je aus eigenem Erleben Ludwig A. Rehlinger, Justizsenator a. D., sowie der Publizist und Autor Ulrich Schacht.

In dem Buch „Vereister Sommer“ hat letzterer die Geschichte seiner Eltern sowie die eigene rekonstruiert. Vier Jahre saß seine Mutter wegen „Verleitung zum Landeshochverrat und zur Spionage“ im Frauengefängnis Hoheneck; dort wurde Ulrich Schacht geboren. Mit 22 Jahren wird er selbst wegen „staatsfeindlicher Hetzte“ zu sieben Jahren Haft verurteilt und 1973 von der Bundesrepublik freigekauft. Schachts Autobiografie hat in den Medien eine breite Aufmerksamkeit gefunden: „Der Schriftsteller ist ein grandioser Erzähler. Mit seiner brillanten Sprache vermag er den Leser zu packen. Dieser spannende autobiografische Text ist eine atemberaubende Lektüre.“ (Sonntagsblatt)

Ludwig A. Rehlinger war als persönlicher Referent des Ministers für gesamtdeutsche Fragen, Rainer Barzel, später in den 1980er Jahren als Staatssekretär im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen mit der schwierigen Aufgabe betraut, die geheimen Verhandlungen über den Häftlingsfreikauf mit der DDR zu führen. In seinen Erinnerungen, die als überarbeitete Neuausgabe seines Buches „Freikauf. Die Geschäfte der DDR mit politisch Verfolgten“ im Herbst des vergangenen Jahres erschienen sind, schildert er die Hintergründe und Abläufe dieser Geschäfte des „Arbeiter- und Bauernstaates“.

Das Gespräch und die Diskussion moderiert Dr. Andreas H. Apelt, Vorstandsbevollmächtigter der Deutschen Gesellschaft e.V., Publizist und Autor mehrerer Sachbücher und Romane.

Dies ist eine Veranstaltung vom Eichwalder Verein Kind & Kegel e.V. in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft e.V.

Kommentare geschlossen